Donnerstag, 3. Dezember 2020
IWIPAPA - Stamm der Mutter Erde - 05
„Dir ist in der Versammlung verboten worden den Wald zu betreten!“
„Ungewöhnliche Ereignisse erfordern ungewöhnliche Maßnahmen! Die Beiden erschienen mir hilflos und ich kann nicht anders: Ich fühle mich für das Wohl hilfloser Geschöpfe verantwortlich! Zumindest bis ich sie in die Verantwortung eines Anderen übergeben kann.“
„Du bist also der Ansicht, dass ihr Missgeschick für dich ein Übertreten des Verbotes rechtfertigt?“
„Genauso! Die Natur ist unerbittlich. Würde ich sie ihrem Schicksal überlassen, könnte sie sterben. In diesem Fall wäre auch die Tamahine schutzlos.“
„Wenn du nun einen Waran verletzt im Unterholz gefunden hättest?“
„Hätte ich genauso gehandelt!“
„Lege die Wahine ab!“
Ich gehe in die Hocke und lege die Frau vorsichtig auf den Boden. Auch der Mann beugt sich zu ihr und betastet den Unterschenkel. Dann dreht er sich zu den Jungs um und sagt etwas. Wenig später bringt einer der Poki tane ein paar Stäbe aus gespaltenem Bambus herbei und einige kurze Stricke aus Pflanzenfasern. Der Mann fasst zu. Ein Ruck, und die Frau stöhnt auf. Dann beginnt er ihren Unterschenkel zu schienen.
Währenddessen wendet er sich wieder an mich:
„Du bist sehr mutig!“
Ich hebe die Schultern und lächele.
„Du hättest das Geschöpf gegen die Attacke eines Warans oder einer Schlange verteidigt?“
„Ja,“ bestätige ich einfach und nicke mit dem Kopf.
„Auch ein Skorpion hätte dich nicht zum Rückzug bewegt?“
„Ich fühle mich verantwortlich für das Wohl jedes verletzten Geschöpfes!“ sage ich und übernehme damit den Terminus, den er für die Frau zu unseren Füßen verwendet.
Der Mann nickt bedächtig.
„Bring sie ins Fale!“ fordert er mich auf.
Ich fasse die Frau also wieder unter den Knien und Schultern, hebe sie an und stehe vorsichtig auf. Zusammen gehen wir auf die Hütte zu. Am Eingang lässt er mir den Vortritt. Drinnen kann ich minutenlang nichts sehen. Das Fale hat keine Fenster. Die Wände lassen jedoch etwas Licht durch. Ein Wort des Mannes und aus dem Glimmen in einem Steinkreis inmitten der Hütte schlagen kleine Flammen. Jemand hat Brennmaterial nachgelegt.
Er führt mich nach rechts hinüber an die Hüttenwand. Dort kann ich ein kunstvolles Flechtwerk aus biegsamen Zweigen erkennen. Der Hausherr öffnet ein bewegliches Gitter und wendet sich zu mir:
„Lege sie hier ab!“
Also gehe ich mit meiner Last vor dem offenen Gitter wieder in die Hocke und lasse die Frau langsam aus meinen Armen gleiten. Dabei fallen mir dunkle Gestalten auf allen Vieren auf, die sich im Hintergrund an die Hüttenwand drücken. Mateo tritt hinzu und schiebt die Tamahine ebenfalls in das Gehege. Er gibt ihr einen Klaps auf den Hintern und sie läuft zu den Anderen. Die Frau krabbelt auf Händen und Knien vom Eingang weg ins Innere. Dabei erkenne ich, dass die dunklen Gestalten im Inneren des Geheges ebenfalls Frauen und Mädchen sein müssen.
Der Mann bittet mich nun zum Feuer und fordert mich zum Setzen auf. Dann füllt er drei Becher mit Kawa, einer braunen Flüssigkeit, die aus der Kawa-Wurzel gewonnen und vergoren wird, und bietet zwei davon Mateo und mir an. Ich hebe den Becher, bedanke mich und schaue unseren Gastgeber aufmerksam an. Als er den Becher an den Mund setzt, beginne ich auch zu trinken.
Eine Weile sitzen wir uns stumm gegenüber. Die Poki tane sitzen zwischen uns und dem Eingang der Fale und schauen uns aufmerksam zu.
„Dein Reisekanu ist untergegangen…“ beginnt der Mann.
„Ja,“ sage ich einfach, gespannt wie sich die weitere Unterhaltung entwickelt.
„Fischer von dieser Insel haben dich aus dem Meer gefischt…“
„Das ist richtig.“
„Du lernst gerade die polynesische Navigation?“
„Ja.“
„Du willst uns also irgendwann wieder verlassen und zu den Fremden zurückreisen?“
„Das war bisher mein Bestreben.“
„Das bedeutet, daran hat sich durch das heutige Erlebnis etwas geändert?“
„Ich hatte vor, eine lange Reise zu unternehmen. Darüber wollte ich dann einen Bericht schreiben. Damit kann man in meiner Heimat viel Geld verdienen, wovon ich einige Zeit leben kann. Aber ich habe das Gefühl, dass mich diese Insel und ihre Geschöpfe, Pflanzen, Tiere und Menschen, so schnell nicht loslassen.
Ich wäre froh, wenn ich bei und mit euch leben könnte. Wir könnten sicher viel voneinander lernen. Der Umgang mit der Natur hier ist der Gleiche, der mir selbst als Ideal vorschwebt.“
„Um in unseren Stamm aufgenommen zu werden, und damit die gleichen Rechte wie alle zu erlangen, musst du dich als Mann erweisen! Einige meiner Söhne stehen kurz vor ihrem Mannbarkeitsritus. Du wirst dich dem gleichen Ritus unterziehen müssen.“
„Das will ich,“ bestätige ich und schaue mein Gegenüber offen an.
„Du wirst zum Kahuna zurückkehren und dort auf das weitere warten! Bis dahin wirst du bei ihm deine Studien fortsetzen und Stillschweigen bewahren!“
„Das werde ich!“ antworte ich mit fester Stimme.
Mein Gegenüber erhebt sich. Ich nehme an, dass der vorläufige Abschied gekommen ist und stehe ebenfalls auf. Wir gehen zum Eingang des Fale. Mateo folgt uns.
Am Eingang bleibt der Hausherr stehen, gibt mir die rechte Hand und fasst mit der linken meinen Unterarm. Dann dreht er sich um und verschwindet wieder in der Dunkelheit der Hütte.
Mateo sagt: „Komm, wir müssen zum Kanu zurück!“
Also folge ich ihm. Beim Wasserfall lassen wir unser Auslegerkanu wieder zu Wasser und fahren zu der Siedlung am Strand zurück.

*



Mittwoch, 2. Dezember 2020
IWIPAPA - Stamm der Mutter Erde - 04
„Mateo,“ rede ich eindringlich auf ihn ein. „Das mag ja sein, aber durch Flucht kann man nichts ungeschehen machen! Man muss sich mannhaft dem Schicksal stellen und versuchen, sein Fehlverhalten nicht durch Flucht zu verschlimmern! Du hast mir erzählt, hier in der Mittelwelt stehen Dämonen und Schutzgötter miteinander im Wettstreit. Jetzt sagst du, du hast durch den Tabubruch – wahrscheinlich, weil du mich in den Wald geführt hast – einem Dämon ermöglicht, etwas anzurichten. Das Tier vor uns ist verletzt. Ich kenne die gefährlichen Tiere im Wald nicht. Es könnte sein, dass durch unser Entfernen, das Tier dem Tod geweiht ist. Helfen wir also den Schutzgöttern indem wir das Tier in unsere Obhut nehmen, pflegen und danach wieder gesund in den Wald entlassen.“
„Das Geschöpf hat ein Junges,“ gibt Mateo zu bedenken und weist nach oben, wo das andere Wesen nach der Methode ‚Ich seh‘ dich nicht, dann siehst du mich auch nicht‘ zitternd auf der Stelle verharrt.
„Du meinst, es kann ohne das andere Geschöpf nicht im Wald bestehen? Wir haben es hier mit einem Muttertier und ihrem Jungen zu tun?“
Mateo nickt. Er steht immer noch unter Schock.
„Solange wir hier untätig herumstehen und diskutieren, bewegt sich nichts!“ versuche ich Mateo aufzurütteln. „Wir müssen etwas tun! Gerade, wenn wir schlimmeres verhindern und alles zum Guten wenden wollen; wenn wir Werkzeuge eurer Schutzgötter und nicht der Dämonen sein wollen!“
Entschlossen teile ich die Blätter der Pflanzen vor mir und beuge mich zu dem von mir dort vermuteten Tier hinunter. Erschrocken weiche ich zurück! Mich trifft der ängstliche Blick einer auf ihrer Seite am Boden liegenden Frau. Ihr Bein liegt in einer unnatürlichen Haltung. Ich wende mich zu Mateo um, der mich mit aufgerissenen Augen anstarrt.
„Wie hast du sie eben genannt? Eine Wahine? Ist das in eurer Sprache eine Frau? Und das zitternde Bündel auf dem Ast dort? Ist das auch eine Wahine?“
„Da… Das… Das ist eine Tamahine. Ein Mädchen…“ stammelt er.
„Gib mir dein Messer!“ sage ich in bestimmendem Tonfall. Ich habe erkannt, dass ich die Initiative an mich reißen muss.
Zögernd übergibt er mir die Machete, die er an seiner Seite trägt, und mit der er uns bis hierher den Weg durch die Vegetation gebahnt hat. Ich hacke eine Liane ab und gebe der Frau daraus zu trinken. Dann hacke ich das Holz in der Mitte durch, ziehe mir mein Hemd aus und zerreiße es. Nun schiene ich das Bein der Frau und versuche sie hoch zu ziehen, so dass sie auf mich gestützt stehen kann. Aber sie macht sich schwer.
Ich schaffe es nur, sie in den Vierfüßler-Stand zu bringen. Sie will sich auf allen Vieren entfernen, knickt aber nach einem Schritt schon wieder ein und sitzt schwer atmend vor mir.
„Wir können die Tamahine nicht hier zurücklassen!“ appelliere ich an Mateos Verantwortungsbewusstsein. „Wir dürfen die Beiden nicht trennen! Besonders, wenn beide möglicherweise Mutter und Tochter sind. Hol sie her, dass sie uns begleitet!“
„Begleitet?“ fragt Mateo verstört. „Wohin denn?“
„Nun, die Beiden werden doch irgendwo wohnen. Ihr Mann und Vater wird sich schon Sorgen machen. Außerdem brauchen wir den Heiler!“
Ich gehe in die Hocke und nehme die Frau auf meine Arme. Dann stehe ich auf und wende mich mit der Frau im Arm zu Mateo um.
„Was ist? Hol das Mädchen und führe uns zu der nächsten Ansiedlung!“ weise ich ihn an.
Widerstrebend, fast ängstlich, geht er zu dem Mädchen. Sie spürt die Annäherung und rutscht zum Stamm zurück. Dann will sie hinter dem Stamm zu Boden klettern.
„Schnell!“ rufe ich. „Sonst entwicht sie uns vor lauter Angst!“
Mateo packt zu, als das Mädchen den Boden erreicht. Die Kleine trägt, wie die Frau in meinen Armen, ein Halsband aus geflochtener Rinde. Er hakt seinen Finger dort ein und führt sie so zu mir. Sie bockt und zittert, wirft uns ängstliche Blicke zu.
„Der Wahine schmerzt das rechte Bein. Gebrochen ist nichts. Also wird es vielleicht eine Verstauchung sein. Damit kann sie ein paar Wochen nicht gehen!“ sage ich und folge Mateo, der einen Schritt vor mir geht und mit der Machete uns einen Weg durch die Vegetation bahnt. Das Mädchen hat sich wohl in ihr Schicksal gebeugt, denn sie ist wesentlich ruhiger geworden.
„Sag mal,“ beginne ich nach einer Weile wieder. „Warum geht die Tamahine eigentlich auf Händen und Füßen?“
„Das machen sie seit ihrer Geburt so,“ antwortet Mateo gedämpft, so als dürfe uns niemand hören.
„Ja, sicher,“ gebe ich verständnislos zurück. „Auch ich bin nach der Geburt gekrabbelt. Aber ich habe mich irgendwann im Alter von ungefähr zwei Jahren aufgerichtet.“
Darauf bekomme ich keine Antwort. Stattdessen lichtet sich die dichte Vegetation immer mehr und schließlich stehen wir auf einer Lichtung mit einer Hütte und einem Feld. In der Nähe der Hütte spielen ein paar Poki tane mit Stöcken. Als sie uns sehen, verschwinden sie im Eingang. Wenig später tritt ein Mann aus der Hütte, bewaffnet mit einer Machete. Er tritt uns mit vor der Brust verschränkten Armen entgegen. Ich erkenne in ihm einen der Mitglieder der Stammesversammlung. Wie hier üblich ist er über und über mit Tätowierungen bedeckt.
Plötzlich treten die Jungs, die sich eben in die Hütte zurückgezogen haben, bewaffnet mit Stöcken aus der Tür und bilden einen Halbkreis vor dem Mann. Mit erhobenen Armen stoßen sie die Stöcke wie Lanzen in unsere Richtung und lassen dabei einen dumpfen Gesang hören.
Ich habe einmal gelesen, dass so in etwa eine Begrüßung nach Südsee-Art ausfällt. Jetzt heißt es, nicht mit der Wimper zucken und die Zeremonie über sich ergehen lassen. Mateo, neben mir, hält sich auch tapfer. Für mich ist das Geschehen neu und interessant.
Nach einer Weile stößt der Mann ein kurzes, hartes Wort aus und die Poki tane weichen zurück. Sie senken ihre Stöcke und schauen. Der Mann macht einen Schritt auf mich zu und beginnt zu sprechen. Mateo übersetzt.
„Wo hast du das Geschöpf gefunden?“
„Ich bin einem Wasserlauf gefolgt bis zu einem imposanten Wasserfall. Dort bemerkte ich, dass ein Etwas von einem Baum gesprungen oder gefallen ist. Neugierig geworden entschied ich mich nachzusehen, und entdeckte die Wahine im Unterholz. Sie hat sich den Fuß verstaucht. Also sagte ich zu Mateo, dass wir sie zu jemandem tragen müssen, wo sie die nötige Pflege erhält. Dabei entdeckten wir, dass sich eine Tamahine in ihrer Begleitung befindet. Ich konnte sie nicht alleine lassen, sondern dachte, dass ich sie zusammen mit der Wahine unter meinem Schutz zu jemand bringen muss.“



Dienstag, 1. Dezember 2020
IWIPAPA - Stamm der Mutter Erde - 03
Nun fordert mich Mateo auf ihm zu folgen. Er führt mich die ‚Treppe‘ hinab und zum Strand hinunter. Dabei kann ich sehen, dass das Vaka mit dem ich auf die Insel gekommen bin, inzwischen neben dem Anderen unter dem Versammlungshaus seinen Platz gefunden hat. Der Abend dämmert, was in diesen Breiten schon gegen 18 Uhr passiert. Ich kann einen grandiosen Sonnenuntergang am Strand erleben.
Der Kahuna und sein älterer Sohn, der Steuermann, kommen hinzu. Bald finden sich noch mehr junge Männer ein. Dann, als es dunkel geworden ist und die Hetu‘u –Sterne- sichtbar sind, beginnt der Kahuna seine Unterweisung in traditioneller Sternennavigation. Dann fragt er die anwesenden jungen Männer ab. Er kontrolliert so, was sie von der letzten Unterrichtseinheit im Gedächtnis haben. Da hat er ihnen etwas über den Sonnenstand, Wind- und Strömungsrichtungen erzählt, wie mir Mateo leise erklärt.
Als wir dann im Fale Pae‘nga zurück sind, zeigt mir Mateo meinen Schlafplatz in einer Hängematte. Außer den Poki tane –Jungs- aus der Familie des Kuia sind keine weiteren Männer anwesend. Etwas befremdet denke ich:
‚Mateo sagte heute doch, die Familie des Kuia wohnt im Fale Pae’nga –Versammlungshaus-. Nun sind nur die jüngsten Söhne anwesend; diejenigen, die wohl den Mannbarkeitsritus noch nicht vollzogen haben. Auch die Frauen und Töchter des Kuia und seine älteren Söhne habe ich noch nicht gesehen… Sie sind für mich mit einem Tabu belegt? Dann muss der Kuia noch ein oder mehrere Privathäuser am Waldrand haben…‘
Darüber schlafe ich ein.

*

An den darauffolgenden Tagen nehme ich regelmäßig an den Unterweisungen des Kahuna teil. In der Zeit dazwischen, die nicht mit Essen und Schlafen ausgefüllt ist, schwimme und tauche ich mit Mateo im Bereich zwischen Strand und Riff. Er zeigt mir die Vielfalt der Unterwasserfauna und –flora, was mir einmal den Ausspruch entlockt, dass man das Ökosystem unbedingt erhalten muss.
„An uns liegt das nicht,“ meint er. „Wir entnehmen der Natur nur das, was wir unmittelbar brauchen. Mein Vater hat mir erzählt, dass das bei euch Haole –Weißen, Europäer- anders ist. Ihr treibt Raubbau an der Natur, nur um damit in der Zukunft ein Vermögen zu erwerben. Mit dem erworbenen Vermögen vergiftet ihr den Rest der Natur. Schließlich sägt ihr damit doch den Miro –Baum- ab, auf dem ihr sitzt. Wenn es aber das allein wäre, würde es uns kaum berühren. Aber da ihr Mutter Erde erkranken lasst, sind auch wir davon betroffen. Und das macht mich innerlich wütend!“
Ich schaue Mateo traurig an und gebe zu bedenken:
„Meist sind es die großen Konzerne mit ihrem Gewinnstreben. Natürlich gibt es auch Millionen Einzelne, die nicht darüber nachdenken, was sie tun. Aber es werden immer mehr bei uns, die ihre Stimme zum Schutz von Mutter Natur erheben. Ich gehöre auch dazu!
Kannst du mir etwas über euer Verständnis der Zusammenhänge in der Natur erzählen?“
„Unsere Welt ist komplexer als das was du siehst. Es gibt die sichtbare und die unsichtbare Welt. Beide stehen über das Mana –die spirituelle Kraft- in ständiger Wechselbeziehung. Unsere Welt unterteilt sich in die Unterwelt, wo sich die Dämonen der Nacht aufhalten, die uns meist in unseren Träumen ängstigen, und die uns krank machen können. Darüber befindet sich die Mittelwelt. Das ist die sichtbare Welt mit all ihren tierischen und pflanzlichen Geschöpfen, zu der auch wir selbst gehören. Darüber schließlich liegt die Oberwelt, die von den guten Mächten und Göttern bevölkert ist. Aus der Oberwelt besuchen uns immer wieder die Kiai –Schutzgötter-, um ein Gleichgewicht herzustellen gegen die Dämonen der Nacht. Hina, die Mondgöttin, wacht über allem.“
„Und wenn wir nun unseren Blick nur auf die Mittelwelt richten, weil nur sie für uns sichtbar ist. Es gibt gefährliche, aggressive und giftige Geschöpfe in der Natur, genauso wie es harmlose gibt. Daneben gibt es auch Geschöpfe, meist aus dem Pflanzenreich, die uns heilen können. Das Wissen darüber haben die Heiler, nehme ich an,“ versuche ich das Diesseits näher zu beleuchten.
„Ja, wenn ein Mensch etwas Schlechtes geplant oder sogar schon ausgeführt hat, öffnet er damit ein Tor zur Unterwelt. Aber auch ein unachtsamer Mensch kann Kontakt zu einem Dämon bekommen. Hier weiß dann der Heiler Rat. Um auf langen Seereisen gewappnet zu sein, führt der Heiler einen Zauber durch und gibt uns einige bestimmt Pflanzen mit. Der Kahuna hat sie mir schon gezeigt. Aber pflücken darf man sie nicht!“
„Das ist interessant,“ bin ich sofort Feuer und Flamme, „kannst du mir einige dieser Heilpflanzen zeigen?“
„Gerne, aber du darfst sie nicht pflücken, bevor du nicht wirklich zu einer langen Seereise aufbrichst! Sie verlieren sonst ihre Wirkung.“
Wir gehen ein Stück über den Strand und erreichen eine kleine Hütte mit mehreren Ausleger-Einbäumen. Er zieht einen davon hervor. Ich helfe ihm, das kleine Boot zum Wasser zu bringen. Es hat keine Takelage, sondern in seinem Inneren liegen zwei Stechpaddel. Damit paddeln wir etwa eine Stunde bis wir einen felsigen Einschnitt erreichen.
Mateo lenkt den Einbaum hinein. Nach wir etwa einer halben Stunde gegen die Strömung an gepaddelt sind erreichen wir einen Felstopf. Auf einer Seite stürzt ein Wasserfall eine Felswand hinunter. Auf der anderen Seite liegen kleine Felsen und die Vegetation reicht bis zum Wasser. Er bedeutet mir auszusteigen und den Einbaum gemeinsam mit ihm aus dem Wasser zu ziehen. Dann folge ich ihm vorsichtig weg vom Wasser in die dichter werdende Vegetation hinein.
Plötzlich stößt er einen Ruf der Überraschung aus und bleibt stehen. Etwas Dunkelhäutiges fällt – oder springt? – vor uns von einem Ast und ist gleich darauf von der grünen Bodenvegetation verschluckt. Überrascht schaue ich hoch ins Geäst, wo das Geschöpf hergekommen sein muss. Etwas abseits davon sehe ich eine zweite Gestalt zitternd mit angezogenen Beinen auf einem annähernd waagerechten Ast liegen, die Vorderbeine rechts und links herabhängen lassend. Den Kopf kann ich nicht sehen. Die Gestalt hat sich von uns abgewandt und stellt sich tot.
Von dort, wo das eine Geschöpf in der Bodenvegetation verschwunden ist, höre ich stöhnende Laute. Ich schaue Mateo an. Sein Gesicht zeigt Furcht.
„Ich habe ein Tabu verletzt,“ murmelt er. „Ich habe große Schuld auf mich geladen!“
„Das Tier vor uns scheint verletzt zu sein!“ versuche ich ihn in die Realität zurück zu holen. „Wir sollten versuchen zu helfen!“
„Wir müssen den Wald verlassen! Die Dämonen der Nacht haben wegen meinem Fehlverhalten einer Wahine ein Leid angetan!“



Montag, 30. November 2020
IWIPAPA - Stamm der Mutter Erde - 02
Also erklettere ich die ‚Treppe‘ und der Kahuna folgt mir. Oben befinde ich mich in einem einzigen großen Raum. Auf einem erhöhten Platz sitzt ein alter Mann in würdevoller Haltung. Er trägt ein kunstvoll gemustertes Tuch um die Schultern. Ansonsten sind alle Anwesenden gleich gekleidet. Sie tragen den traditionellen Wickelrock Lavalava. Mir fällt auf, dass die Männer älter sind, je näher sie dem Mann mit dem Schultertuch sitzen. Alle sind über und über tätowiert. Die Tattoos sind durch Narbengewebe auf Brust und Rücken dreidimensional angelegt.
Mein Führer nähert sich dem alten Mann gemessenen Schrittes. Also benehme ich mich ebenfalls respektvoll. Im Abstand von etwa drei Metern setzt er sich vor den Mann auf den Boden und zeigt mir mit einer Geste, mich neben ihn nieder zu lassen. Dann beginnt ein Palaver im hiesigen Idiom, dem ich nicht folgen kann. Auch die anderen alten Männer beteiligen sich daran. Schließlich spricht mich der Mann, der sicher das Oberhaupt dieser Leute ist, auf Englisch an:
„Willkommen beim Stamm der Mutter Erde, das bedeutet unser Name ‚Iwipapa‘. Ich bin derzeit der Kuia –Stammesälteste-. Erzähle mir, was sich draußen auf dem Meer zugetragen hat.“
Ich erkläre ihm noch einmal, was ich auch schon dem Kahuna auf See erzählt habe. Der Kuia hört aufmerksam zu und sagt dann:
„Nichts auf der Welt geschieht, ohne eine Bedeutung für die Lebenden. Du bist zwar ein Haole – Weißer/Europäer-, aber sei trotzdem unser Manuhiri –Gast- solange du auf dieser Insel weilst. Dies ist Hinas –Mondgöttin- Wille.“
Ich neige den Kopf und antworte:
„Seid bedankt! Ich möchte gerne mehr über die traditionelle Navigation lernen, um dann später, wenn ich wieder in meiner Heimat bin, vielleicht eine zweite Expedition starten zu können. Dazu muss ich sicher einige Zeit unter euch leben.“
„Ich freue mich, dass du unser traditionelles Wissen so hoch schätzt, aber ich möchte dich auf ein Tabu hinweisen: Du wirst dich nicht den Privathäusern nähern! Dein Aktionsradius an Land bleibt auf das Männerhaus und den vorgelagerten Strand beschränkt!“ schränkt er ein.
„Ich werde das Tabu achten!“ erkläre ich ihm.
Es entspannt sich noch eine kurze Diskussion in der einheimischen Sprache. Dann wird der Poki tane –Junge- aus der Mannschaft herbeigerufen, die mich aus dem Wasser gezogen hat.
„Mateo wird dir alles zeigen. Bleibe stets in seiner Nähe, damit die Geschöpfe des Waldes dir nichts anhaben können.“
Ich nicke, und damit scheint die Versammlung aufgehoben zu sein. Die alten Männer entfernen sich einer nach dem anderen. Bald sind auch nur noch wenige der jüngeren Männer im Fale Pae’nga –Versammlungshaus-. Ich wende mich also, wie vereinbart, an Mateo. Er kann etwas englisch sprechen. Im Laufe meines Aufenthalts wird unsere Kommunikation immer besser. Vorläufig müssen noch viele Gesten die Verständigung ergänzen. Darüber erlerne ich auch einige Wörter aus ihrer Sprache.
„Wo sind all die Männer hin, die eben noch hier waren?“ frage ich Mateo.
„Sie gehen ihrer Hana –Arbeit- nach,“ antwortet er. „Wir haben zum Beispiel Handwerker, Heiler, Seeleute, Bauern. So sind wir Selbstversorger.“
„Der Kuia… Entstammt er immer derselben Familie? Ist dieses Amt erblich?“
Mateo schaut mich verdutzt an. Dann lacht er.
„Jeder Mann unseres Stammes muss einen Titel erwerben. Das geht zu Beginn durch gute Leistungen beim Erlernen des Berufes seines Vaters. Später muss er dann Mut beweisen oder etwas Wichtiges für die Allgemeinheit leisten. So erklimmt er von Titel zu Titel die Leiter an deren Ende der Titel des Kuia steht. Es gibt insgesamt siebzehn Titel bis zum höchsten Titel, den der Iwi –Stamm- zu vergeben hat.“
„Oh,“ mache ich.
An der Giebelseite des Fale Pae‘nga wird es lebendig. Dort ist eine Aussparung in der Wand. Zwei junge Männer ziehen etwas an einem Seil hoch. Dann holen sie ein aus Palmblättern geflochtenes Paket herein und bringen es vor den Kuia. Dieser öffnet es.
Während dies geschieht hat mir Mateo gezeigt wie sie hier einen Teller herstellen. Er sticht den Stiel eines Blattes durch die Oberfläche eines anderen großen Blattes. Dies wiederholt er mehrmals. Dann dreht er die Blätter um und verflechtet die Stiele miteinander. Danach wird das Werk wieder umgedreht und wir gehen zu dem Paket, das der Kuia geöffnet hat.
Der Kuia verteilt gegartes Fleisch und Gemüse aus dem Paket auf die ‚Teller‘. Dann setzen wir uns und essen. Auf die Frage, wo sich die Küche befindet, antwortet Mateo lächelnd:
„Die Speisen werden am Strand in mehreren großen Umu –Erdöfen- gegart. Dazu werden große Steine in Feuern erhitzt, die dann in Gruben versenkt werden. Darauf kommt Fleisch, Gemüse und Fisch in Schichten. Alles wird mit Palmblättern bedeckt und mit Wasser begossen, dass auf den Steinen verdampft und so die Speisen gart.“
Ich höre aufmerksam zu, dann kann ich nicht umhin zu fragen:
„Das Dampfgaren ist Aufgabe eurer Frauen?“
Mateo zieht die Stirn kraus.
„Das Thema Wahine –Frauen- berührt das Tabu, das der Kuia ausgesprochen hat!“
„Oh,“ gebe ich zur Antwort, und denke mir: ‚Die Menschen hier wollen ihre Frauen wohl vor Fremden schützen…‘
„Die jungen Männer, die sich einen Titel erkaufen wollen, kochen für die Gemeinschaft,“ erklärt Mateo.
„Aber der Stamm sitzt dann nicht zum Essen zusammen,“ stelle ich fest.
„Nein, die Familien, deren Oberhäupter du eben noch hier gesehen hast, essen in den Privathäusern. Nur die Familie des Kuia hat das Anrecht im Versammlungshaus auch zu wohnen. Als Manuhiri –Gast- gehörst du vorübergehend zur Familie des Kuia. Auch ich, da ich dir zur Seite gestellt wurde!“
„Aha,“ mache ich nun.
‚Ein Etymologe hätte eine Menge zu tun,‘ denke ich. ‚Dies ist eine völlig andere Gesellschaft, als ich sie bisher kennen gelernt habe.‘
Das Essen wird mit den Händen von den Blättern genommen, zerrupft und in den Mund gesteckt. Danach wird der ‚Teller‘ wieder auseinander genommen und die Blätter dem Wald wieder zurückgegeben, wie mir Mateo erklärt. Wir waschen uns die Hände mit Meerwasser und wischen sie am Wickelrock trocken.



Sonntag, 29. November 2020
IWIPAPA - Stamm der Mutter Erde - 01
Diese Geschichte wirft einen Spiegel auf die heutige Kultur bei der es wenig romantisch zwischen den Geschlechtern zugeht. Aus dem früheren VERLIEBT, VERLOBT, VERHEIRATET ist verbreitet ein GEKÜSST, GEFICKT, GEFEUERT geworden. Als Spiegel dient mir eine Steinzeitkultur von Jäger und Sammlern, die dazu ein wenig Gartenbau betreiben.
Grob zusammengefasst erleidet ein europäischer Einhandsegler mitten auf dem Südpazifik Schiffbruch und kommt auf eine Insel, auf der zuvor noch nie ein Europäer seinen Fuß gesetzt hat. Er findet dort eine Männergesellschaft vor mit dem Krokodil-Totem, das er schon bei Eingeborenen in Neuguinea kennengelernt hat. Also muss es wohl eine historische Verbindung geben. Frauen scheint es keine zu geben, aber wie haben sich die Leute sonst auf der Insel etablieren können?
Ihm wird verboten, den Wald im Inneren der Insel zu betreten, was ihm einleuchtet: In den Tropen gibt es manch giftiges Getier.
Beim Übertreten des Tabus entdeckt er eine Frau, die in Begleitung eines Mädchens wild durch den Wald streift. Beim Zusammentreffen verletzt sich die Frau. Sie hat durch den Schreck eine Unachtsamkeit begangen. Der Europäer hilft dieser Frau trotz des Tabus.
Nun steht er vor der Wahl, auf der Insel zu bleiben oder irgendwann davon zu segeln und alles beim Alten zu lassen. Klar, die Missionare haben in der Vergangenheit viele ursprüngliche Kulturen zerstört. Sich einzumischen, um das Los der Frauen zu verbessern, erfordert Zeit und Fingerspitzengefühl. Die fremde Kultur mag er nicht zerstören. Also entscheidet er sich fürs Bleiben.
Er macht die Initiation mit und wird dadurch einer von ihnen. Dann versucht er in der Hierarchie der Männergesellschaft aufzusteigen, damit seine Stimme allmählich mehr Gewicht bekommt. Er schmiedet Allianzen und erreicht so, dass die Treibjagden im Wald auf Frauen aufhören, durch die die Männer bisher ihre Triebe befriedigt hatten und dabei die nächste Generation gezeugt wurde…

* * *

1
Jetzt treibe ich schon einen Tag im Meer, nur gehalten von der Schwimmweste, die ich als Einhandsegler ständig am Körper trage. Den letzten Schluck Trinkwasser habe ich vor einer halben Stunde aus der Flasche getrunken.
Ich bin – oder sollte ich vielleicht eher sagen ‚war‘ – Karl Emmerich, ein Abenteurer, der sich vorgenommen hat, den Pazifik auf der Route der alten Siedler zu überqueren. In Vietnam bin ich gestartet. In Südamerika werde ich nun wohl nicht mehr ankommen. Einen Moment habe ich nicht aufgepasst. Meine Aufmerksamkeit ist von einer Schule Delphine abgelenkt worden. So hat eine Quersee daraufhin mein Boot umwerfen können. Ich hätte die Welle aufmerksam abreiten sollen…
Dann habe ich eine Begegnung mit einem Hochseehai gehabt. Die Rückenflosse hat auf einmal die Meeresoberfläche durchstoßen. Er umkreist mich, unschlüssig, was er von mir halten soll. Jetzt nur nicht in Panik geraten und zu zappeln anfangen. Bewege ich mich zu hektisch, assoziiert er das mit Fluchtverhalten. Damit falle ich sofort in sein Beuteschema. Also drehe ich mich ruhig um mich selbst, um ihn im Auge zu behalten. Sollte seine Neugier ihn dazu treiben, einen Probehappen von mir zu nehmen, will ich ihn ankommen sehen und ihm vielleicht möglichst elegant ausweichen. Aber nach einer Weile verliert er das Interesse an mir und schwimmt schnell davon.
Was ist das? Ein regelmäßiges Dreieck ist an der Sichtlinie zu sehen, sobald ich aus einem Wellental herausgehoben werde. Hoffnung keimt auf. Ich ziehe die Pfeife aus ihrer Schlaufe an der Schwimmweste und stoße Luft hinein. Drei lange Töne, drei kurze Töne und wieder drei lange Töne. Dann mache ich eine kurze Pause und wiederhole das Signal. Immer und immer wieder. Tatsächlich! Das Dreieck wird größer! Inzwischen kann ich es als Segel identifizieren.
Nach einer Dreiviertelstunde erreicht mich ein Vaka, ein traditionelles Auslegerkanu mit dunkelhäutigen Insassen. Die drei Männer tragen nur das traditionelle Lavalava, den Wickelrock der Südsee-Insulaner. Sie steuern ihr Vaka so, dass ich zwischen Kanu und Ausleger die niedrige Bordwand zu fassen bekommen. Dann helfen sie mir aus dem Wasser.
„Aloha,“ begrüßt mich der dunkelhäutige weißhaarige Mann mit einer Art Halsschmuck aus einem geknickten Palmwedelzweig. Ich weiß, dass er der Kahuna ist, der Kapitän oder Navigator.
„Hello,“ antworte ich ihm, “thank you so much! I had had an accident yesterday…“
Der Mann macht große Augen. Er redet in ihrer Sprache mit dem jüngsten Bootsinsassen, der nun die Holzschaufel aus der Hand legt, mit der er unentwegt Wasser aus dem Boot schaufelt. Dann schlägt der junge Mann eine Kokosnuss auf und reicht sie mir. Mit einem dankbaren Blick setze ich die Nuss an und trinke sie aus. Dann reicht er mir ein Tuch, in dem Kopra eingewickelt ist, das Fleisch der Kokosnuss. Ich beginne zu essen, während der junge Mann eine Leine einholt, an der in gleichmäßigen Abständen ein Hei matau, ein aus Knochen geschnitzter Angelhaken, befestigt ist. An den meisten dieser Angelhaken hängt ein Fisch.
In der Zwischenzeit hat der Kahuna und der andere Mann, der am Steuerruder gesessen hat, das Segel an das andere Ende des Vaka versetzt. Der Steuermann wechselt dann ebenfalls seinen Platz und es geht weiter. Nach drei Stunden sehe ich einen dunklen Strich am Horizont, der sich beim Näherkommen als Insel herausstellt. Sie ist das Ziel meiner Retter.
Am Strand kann ich eine Gruppe junger Männer erkennen, von denen ein halbes Dutzend uns ins Wasser entgegenkommt, als wir auf den Strand auflaufen. Unser Steuermann und der ‚Schiffsjunge‘ springen ebenfalls ins Wasser und gemeinsam ziehen sie das Vaka auf den Strand. Dann machen sich die jungen Männer über den Fang her und schleppen die Fische zu einer großen Hütte am Saum der Vegetation. Der Kahuna legt den gabelförmigen Mast um und bindet das Segel fest. Ich helfe ihm dabei. Dann schultern zwei junge Männer die Takelage und bringen sie ebenfalls zu der Hütte mit dem hoch aufragenden Giebel.
Schließlich hilft mir der Kahuna von Bord und klettert ebenfalls auf den Strand. Er lädt mich ein ihm zu folgen und wir gehen auf die große Hütte zu. Sie steht auf Pfählen. Ich könnte mir vorstellen, dass die Leute hier dadurch auch bei Tsunamies trockene Füße behalten. Zwischen den Pfählen sehe ich ein Vaka und Platz für ein Zweites. Anscheinend verstauen sie das Vaka, mit dem wir angekommen sind später auch hier. Ein schräg gestellter Baumstamm, in den Kerben als Tritte geschlagen wurden, dient als Treppe nach oben.
Der Kahuna bedeutet mir mit einer Geste, dort hinauf zu gehen und sagt dazu: „You’re welcome.“