Die Unterwelt des Achad Dùir Meave 30
Schließlich knirschen die Räder auf sandigem Untergrund und die Rikscha hält. Es dauert etwas, bis mein neuer Owner die Rampe entriegelt und herunterlässt. Er kommt zu mir, öffnet die Box und greift die Führleine. Daran führt er mich nun ins Freie. Es geht nun durch eine Tür und einen Gang, bis er wieder eine Tür öffnet.

Hier stehe ich in genauso einem Gang mit einer halbhohen Mauer an einer Seite, wie im Verwaltungsgebäude.

"Willkommen in deinem neuen Heim!" spricht mich der Mann an und lächelt mir aufmunternd zu. Ich gebe das Lächeln gerne zurück.

Wieder öffnet er eine halbhohe Tür und zeigt mir die Treppe aus wenigen Stufen, die ich nun hinuntergehe. Ich schaue mich im Stall um und erkenne, dass die Einrichtung des Cow-Stables beinahe identisch ist mit der in der Verwaltung. Es wird sich um einen Standard handeln. Einen Unterschied gibt es jedoch: Statt einer Reihe Melk- und Futterplätze gibt es hier ein Karussell.

*

"Ich vergesse immer, wie viel Arbeit das ist," meint Phillip und beobachtet seinen Freund dabei, wie er zwei der Melktrichter von den Eutern einer Cow löst.

Der Milchbauer lacht.

"Nun ja, aber die vollautomatischen Melkmaschinen lohnen sich erst ab ungefähr 100 Pets. Also werden wir wohl noch eine ganze Weile mit dem Karussell leben müssen," antwortet er.

Phillip erwidert schulterzuckend:
"Na, ich finde, dass eure Anlage eigentlich viel mehr Charme hat, als diese vollautomatischen Maschinen."

John streicht etwas Melkfett auf die Zitzen der nächsten Cow. Sie löst sich von den Aufbauten und macht sich auf den Rückweg in den Hauptteil des Stalls.

Schweigend hilft Phillip seinem Freund. Nur das Surren des Karussells, das Pumpen der Melkmaschine und das gelegentliche leise Zischen, wenn John einen der Trichter von den Eutern einer Cow löst, sind zu hören. Bald hat auch die letzte Cow das Karussell verlassen und John erhebt sich. Er drückt sein Rückgrat durch, mit den Händen in den Hüften und meint:

"Vielen Dank, dass du mir geholfen hast! Komm, wir schauen uns im Büro das Ergebnis an."

Sie gehen den Gang in Richtung des Stalltores entlang und steigen eine Treppe hinauf. Von hier oben kann man durch große Fenster den Bereich der Cows gut überblicken. John startet den Computer und ruft die App auf. Sie können den Füllstand des Tanks vor und nach dem Melken ablesen, aber auch die Melkleistung jeder einzelnen Cow.

Eine der Cows hat noch sehr geringe Zahlen. Phillip zeigt darauf und fragt:
"Ist Dina neu?"

"Ja," bestätigt ihm sein Freund. "Sie habe ich erst seit vorgestern."

Phillip nickt: "Ah, okay."

John meint mit Bezug auf die App:
"Sieht gut aus. Dina wird bald ähnliche Werte wie die Anderen zeigen."

Er schaltet den Computer wieder aus und sie verlassen das Büro, um in die Wohnung hinüber zu gehen. Johns Frau wird in der Zwischenzeit das Mittagessen bereit haben.

In der Wohnung setzt sich Phillip nach Johns stiller Aufforderung an den Esstisch. Anschließend hilft John seiner Frau, das Mittagessen auf den Tisch zu bringen.

Nachdem sie satt sind, bemerkt Phillip:
"Das hat wieder einmal wunderbar geschmeckt, Melli!"

Sie lächelt stolz, genau wie ihr Mann. Dieser fragt:
"Willst du dich nicht auch als Milchbauer selbständig machen?"

Phillip hebt abwehrend die Hand.
"Es ist ein wunderbarer Kontrast zu meiner Büroarbeit, und daher bin ich gerne ab und zu hier! Aber täglich die gleiche Arbeit wäre mir auf die Dauer zu langweilig."

"Okay, du bist sicher nicht für so etwas geboren..." meint John versöhnlich. "Wenn du magst, komm mit: Ich muss zurück in den Stall."

Er erhebt sich vom Esstisch und hilft seiner Frau kurz, das Geschirr in die Spülmaschine zu stellen. Anschließend geht er in den Stall zurück. Phillip folgt ihm schweigend.

Sie gehen direkt zum Melkkarussell, reinigen und desinfizieren es. Anschließend teilen sie sich auf. Während John mit einem Wasserschlauch den Hygienebereich der Cows reinigt, kehrt Phillip den gesamten Mittelgang des Stalles und schaut dafür auch in die Räume auf der gegenüberliegenden Seite des Bereichs für die Cows. Anschließend gehen sie zum Kaffee wieder zu Melli zurück.

Danach steht wieder eine Melkrunde an, die letzte des Tages, bevor es Abendessen gibt.

*

Vor mir liegt der Bereich des Stalls, in dem sich die Cows aufhalten. Es gibt drei Doppelreihen mit Schlaflagern mit je einem schmalen Gang dazwischen. Die Doppelreihen werden von halbhohen Mauern getrennt. Die Cows, die dort auf den Matratzen liegen, dösen scheinbar vor sich hin und schenken ihrer Umgebung nur wenig Aufmerksamkeit.

Zwei Cows entleeren ihre Blase gerade über dem Boden mit den Lochsteinen. Vor den Schlaflagern verbindet ein breiter Gang alle Bereiche miteinander. Hier stehe ich jetzt. Langsam nähere ich mich einer größeren Gruppe von Cows auf der anderen Seite der Schlaflager.