Die Unterwelt des Achad Dùir Meave 71
Er geht um mich herum und macht mich auf diese Weise von allen Seiten nass. Als ich triefe, dreht er den Wasserhahn zu und hängt den Schlauch weg. Insgeheim frage ich mich, welchen Wochentag wir heute haben. Ist denn schon wieder Samstag? Wie an einem solchen Tag, nimmt Mister Smith nun einen großen Schwamm, lässt etwas Körpershampoo darauf tropfen und reibt meinen Körper vom Hals bis zu den Füßen ein. Danach nimmt er wieder den Schlauch und spritzt mich ab, um mich endlich mit einem Badetuch trocken zu reiben. Zum Schluss zwängt er meine Füße wieder in die Hufschuhe.

Nun löst er die Führleine vom Wandring und führt mich in den Vorraum, wo die verschiedenen Rikschas stehen. Dabei meint er:

"Ich habe gelesen, dass du früher einige Preise gewonnen hast. Wir werden einmal sehen, wieviel Kondition davon noch übrig ist!"

Ich ziehe meine Stirn in Falten. Da umrundet er auch schon eine Vierer-Rikscha, mich hinter sich herziehend. Vor mir steht neben der Vierer-Rikscha ein Sulky! Das ist also in dem Paket gewesen, das er mit mir am U-Bahnhof abgeholt hat! Mister Smith spannt mich vor das Sulky und lässt mich anziehen. Danach lenkt er mich auf die Straße. Ich gehe automatisch in den Trab. Er lenkt mich auf die Überholspur und befiehlt:

"Galopp!"

Nun lasse ich die wenigen Rikschas auf der Straße alle hinter mir und versuche die schnelle Gangart möglichst lange zu halten. Eine Runde von einem Ende der Höhle und zurück bis zum Startpunkt sind 17 Kilometer. Nach einer Stunde sind wir wieder beim Stall zurück. Während der Runde ist mir ziemlich warm geworden und mein Atem geht schwer.

Er führt mich in die Box zurück und holt mich über den Tag hinweg für jeweils ungefähr eine Stunde heraus, um mich vor eine Rikscha zu spannen. Anscheinend prüft er alle seine Hengste durch, welcher die Strecke am schnellsten bewältigt. In der Zeit muss ich diesen Hengst im Verkehr vertreten.

Die jungen Hengste im Stall sind anscheinend alle aus dem Bereich 'Models'... Jedenfalls hat Mister Smith mich nach dem Testdurchlauf aus dem Verkehr genommen und trainiert mich in seinem Longierzirkel auf hohe Geschwindigkeit. Es ist komisch, immer im Kreis herum zu galoppieren! Aber das Training tut mir gut. Mein Körper gewöhnt sich allmählich wieder an den Leistungssport von früher und ich werde immer schneller.

Dann kommt der Tag, an dem der Wettkampf angesetzt ist. Mister Smith weckt mich am Morgen, hängt mir den Futtertrog mit meinem Frühstück an das stählerne Boxentor und ich erhebe mich. Zuerst gehe ich an den Wassertrog und tauche mein Gesicht in die kühle Flüssigkeit. Danach hebe ich den Kopf wieder an und schüttele ihn, dass die Tropfen spritzen. Anschließend frühstücke ich.

Als Mister Smith zu mir kommt, bin ich soweit fertig. Er holt mich aus seiner Box und führt mich für die Morgenhygiene zu den Wasserschläuchen, um mich anschließend vor den Sulky zu spannen und mit mir zum Stadion zu fahren. Wir werden registriert und erhalten eine Startnummer.

Nun haben wir Pause bis meine Startnummer aufgerufen wird. Dann fahren wir zu unserem Startplatz. Außer uns sind in dieser Runde noch drei weitere Sulky-Gespanne am Start. Wir nehmen unsere Startposition an der weißen Linie ein und schauen auf die Ampel schräg über uns. Noch leuchtet die rote Ampel.

Wenige Minuten später ändert sich die Farbe. Gelb leuchtet auf und gleich darauf grün. Gleichzeitig mit dem Aufleuchten der grünen Lampe ertönt eine Sirene und ich spüre, dass Mister Smith die Zügel schlenkert. Aber da habe ich schon den ersten Schritt gemacht.

Ich laufe los und ziehe den Sulky in das Oval des Stadions. Das Adrenalin schießt durch meinen Körper und verschafft mir einen regelrechten Kick! Wo wir sind, weiß ich jetzt nicht mehr. Ich orientiere mich an der weißen Linie, die mich durch das Oval führt. Für alles andere vertraue ich auf Mister Smith und seine Zügelhilfen.